Grabau- unser kleines Dorf ganz groß

von Liesemarie Albers und Marilena Schulz
aus Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heide vom 14. August 2004
(Bilder vom Autor)


Grabowe, dies ist der frühere Name des schon 1296 erstmals urkundlich festgehaltenen Dorfes Grabau. Der Ort liegt im Osten der Lüneburger Heide, nahe Suhlendorf. Zur Zeit wohnen in Grabau 143 Einwohner, davon sind 32 Kinder. In den sechziger Jahren war Grabau sogar das kinderreichste Dorf im Landkreis Uelzen.


Gedenkstein zur 700-Jahr-Feier 1996

Grabau ist auch ein Lebensort für zahlreiche Tiere. Es schmücken vier landwirtschaftliche Betriebe das Dorfbild. Diese bauen überwiegend Kartoffeln, Zuckerrüben und Getreide an. Früher besaßen sie mehr Tiere als heute, da sie diese auch für die Feldarbeit benötigten. Heutzutage ist dies aber zu Zeit- und Kostenaufwendig.

Grabau hat schon über ein Jahrhundert hinweg eine eigene Feuerwehr, die 1902 gegründet wurde. 33 Jahre später schloss sie sich mit der Feuerwehr des Nachbardorfes Dalldorf zusammen. Bald darauf trennten sie sich wieder. Im Jahr 2000 taten sie sich zum zweiten Mal zusammen und tragen bis heute den Namen "Freiwillige Feuerwehr Dalldorf-Grabau". Im Jahr 1986 trat Friedhelm Schulz das Amt als Ortsbranntmeister in Grabau an. Im Jahr 2000 übernahm Horst Reisstorf dieses Amt für beide Wehren.

Das schon über vier Jahrzehnte bestehende Fuhrunternehmen von Peter und Volker Behns hat seinen Standort in Grabau gefunden. Sie besitzen 24 LKWs. In diesem Jahr feierte der Betrieb sein 40- jähriges Jubiläum.

Im Jahre 1969 bauten Bergers ihr Fuhrunternehmen in Grabau, geleitet wird es von Klaus Berger. Heute gehören dem Unternehmen sechs Saugwagen (eine Art LKW).

Am 6. Januar 1972 gründeten einige Landwirte die Kartoffelbrennerei Grabau. Kurz darauf baute man eine kleinere Kornbrennerei an, diese leiteten überwiegend Frauen. Der Betrieb lief bis jetzt immer gut und hat eine große wirtschaftliche Bedeutung.


Brennerei

Junge Familien im Dorf erbauten vor zwölf Jahren einen Kinderspielplatz. Dies stärkte die Dorfgemeinschaft sehr. Sie bauten ihn auf einem Grundstück, welches Friedrich Kaiser zur Verfügung stellte. Auch heute ist der Spielplatz, mit seinen Schaukeln, Turngeräten, seiner Rutsche, Seilbahn, seinem Sandkasten, Fußballplatz und den Bänken zum Ausruhen sehr beliebt. Die Kinderspielplatzfreunde unternehmen viele Ausflüge.

Im Winter 2001 begann der Bau der Firma Sola Bonum. Im März 2002 nahmen neun landwirtschaftliche Betriebe, die auch schon am Bau beteidigt waren, die Firma in Betrieb. Dort verarbeiten 30 Mitarbeiter/innen Kartoffeln und Gemüse. Sola Bonum bringt beispielsweise Kartoffeln in Form kleiner Würfel, Scheiben und selten auch als Stifte auf den Markt, sogar im Zwischenraum Berlin- Braunschweig- Hamburg. Sie vermarkten auch Pufferteig und ungeschälte Kartoffeln. Ihre Ware fahren sie mit sechs eigenen Fahrzeugen aus.


Sola-Bonum

Parallel dazu bauten Landwirte eine Biogasanlage. Sie macht aus biologischen Abfällen Strom. Solche Abfälle sind z.B. Schlempe, Hühnertrockenkot und Gülle. Hühnertrockenkot und Gülle kommen von Landwirten aus Grabau und Umgebung. Aus der Brennerei pumpt eine Pumpe die Schlempe zur Biogasanlage. Außerdem werden hier die Schälabfälle von Solabonum hygienisiert, bevor diese weiterverwendet werden dürfen.

Biogas-Anlage

Falls Sie Interesse an Grabau gefunden haben, können Sie gerne mal vorbeischauen und den Spielplatz besuchen!! Wir wollten mit diesem Artikel zeigen, dass nicht nur Städte sondern auch kleine Dörfer wie Grabau gute Erzeugnisse produzieren können oder es zu etwas bringen können!!


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